Das Thema KI beschäftigt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beinahe täglich. Das Anne-Frank-Gymnasium hat als Schule mit iPads ab Klasse 7 die Herausforderung angenommen, technologische Veränderungen in die Ausbildung einfließen zu lassen und die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig behutsam über die Schuljahre aufbauend auf eine sinnvolle, nachhaltige und ethische Nutzung vorzubereiten. Passend dazu fand Ende Februar zum zweiten Mal eine Themenwoche zur künstlichen Intelligenz statt, bei der Experten aus Wissenschaft und Praxis ihre Erkenntnisse und Perspektiven mit der Schulgemeinschaft teilten.
Prof. Dr. Sebastian Trimpe hielt vor Schülerinnen der Stufe 10 einen Vortrag über die Funktionsweise von KI. Als Co-Direktor des RWTH Center for Artificial Intelligence führte er praxisnah und lebhaft in die Funktionsweise von generativer KI wie Chat GPT ein und zeigte schülernah die Zusammenhänge zu Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung auf. Danach stellte er sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Noch lange nach dem Vortrag gab es interessante Diskussionen zwischen dem Fachmann und den Jugendlichen zu seiner Arbeit und zu den Tendenzen und Entwicklungen in KI derzeit.
Prof. Dr. Stephan Kallweit vom Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik der FH Aachen hat mit dem Informatikkurs der Stufe 9 Mini-Drohnen so programmiert, dass sie Gegenstände erkennen und darauf reagieren können. Nach ersten Programmierversuchen zum Flug der Drohnen wurden die Grundlagen der Bilderkennung erläutert und anschließend ein KI-Modell in das eigene Programm eingebaut. Die Schülerinnen und Schüler waren überrascht, wie einfach so etwas machbar ist. Als zusätzliche Überraschung hatte er einen Roboterhund mitgebracht. Dieser konnte vom Menschen gelenkt mit Hilfe seiner KI-Steuerung nicht nur durch die Gänge und über den Schulhof der Schule laufen, sondern zur Begeisterung vor allem jüngerer Schüler auch so manches Kunststück vollbringen.
Für die interessierte Öffentlichkeit stand der Vortrag von Prof. Dr. Malte Persike, wissenschaftlicher Leiter des Centers für Lehr- und Lernservices an der RWTH offen, den er am Donnerstagabend in der Aula des AFG hielt. Dabei erklärte er, wie KI mit so genannten Tokens funktioniert, wieso Fehler in den Ergebnissen der KI systembedingt sind und wie KI gezielt ausgetrickst werden kann. Daraus leitete er verschiedene Methoden zur Verbesserung von KI-Ergebnissen ab, z.B. die Verbesserung der Prompts oder die Eingrenzung der Wissensbasis. Im Bezug auf die Zukunft des Lernens zeigte sich Professor Persike gleichsam fasziniert wie alarmiert. KI sei zwar zu effizient, um sie nicht zu nutzen. Einige Studien legen allerdings auch glaubhaft nahe, dass bestimmte Fähigkeiten (Kognitive Aktivität, Erinnerungsleistung, Identifikation) bei falscher Verwendung leiden („De-Skilling“). Die Auswirkungen auf die Bewertung akademischer Leistungen fordere uns gleichzeitig auf, unserer Bildungsverständnis generell zu hinterfragen.
Einen spannenden Ansatz verfolgte auch Wolfang Walbert, der die Agentur walbert creative marketing solutions in Laurensberg führt. Er erklärte den Schülerinnen und Schülern der EF in seinem Vortrag zum Ende der diesjährigen KI-Woche anhand anschaulicher Beispiele aus den Bereichen Corporate Design, Webentwicklung und 3D-Animation, wie in seiner international agierenden Werbeagentur künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Basierend auf den Erfahrungen mit seiner über 30jährigen Unternehmensgeschichte appellierte er an die Schülerinnen und Schüler, neue Technologien mutig aber auch zielführend und natürlich verantwortlich zu verwenden, um sich positiv auf einem sich wandelnden Arbeitsmarkt zu positionieren.
Das Thema Künstliche Intelligenz wird die Schulgemeinschaft natürlich auch in Zukunft weiter intensiv beschäftigen. Gerade erst hat die Schulkonferenz des Anne-Frank-Gymnasiums ein über Monate erarbeitetes KI-Grundlagenkonzept diskutiert und beschlossen.












