Anna Schwarz (EF) berichtet von ihren Erfahrungen in den USA und gibt wertvolle Tipps für einen schulischen Auslandsaufenthalt:
„Ein Auslandsjahr ist nicht ein Jahr in deinem Leben, sondern ein Leben in einem Jahr“. Neue Schule, neue Routinen, neue Interessen und neue Freunde. Man ist tausende Kilometer entfernt von allem was man kennt. Jeder Tag ist ein Abenteuer und jeden Tag geht dein Traum ein Stückchen mehr in Erfüllung. Doch fühlt sich wirklich jeder Tag an wie ein Film?
Ich habe das letzte halbe Jahr in Amerika, um genauer zu sein in Kentucky, verbracht. Dort habe ich bei einer unfassbar netten Gastfamilie gewohnt und bin zur Highschool gegangen. Ich konnte typische Kurse wie zum Beispiel Jahrbuch oder US-History besuchen. Ich hatte zwar die Möglichkeit, meinen Interessen wie Fußball weiterhin nach zu gehen, aber konnte auch typisch amerikanische Sportarten wie Cheerleading ausprobieren. Es hat mir unfassbar viel Spaß gemacht und war definitiv die richtige Entscheidung für mich. An der Stelle möchte ich mich auch nochmal bei meiner Familie bedanken, dass sie mir dies überhaupt ermöglicht hat. Aber natürlich ist nicht jeder Tag wie in einem amerikanischen Film.
Tausende Kilometer entfernt von allem und jedem, den man kennt. Heimweh, Freunde finden und Sprachbarrieren machen dies nicht immer einfacher. Allerdings auch nicht weniger wertvoll und unvergesslich. Ich persönlich hatte das Glück, kaum mit Heimweh in Verbindung zu kommen, nicht weil ich meine Familie und Freunde in Deutschland nicht vermisst habe, sondern weil ich von Anfang an versucht habe Freunde zu finden und eine gute Beziehung zu meinen Gasteltern herzustellen. Außerdem ist mein gewohntes Umfeld nicht einfach weggewesen, sondern ich konnte sie immer anrufen oder ihnen schreiben. Hinzu kommt, dass man seine Sprachkenntnisse sehr schnell verbessert, da man den ganzen Tag damit konfrontiert wird und Leute einem sehr gerne helfen, wenn man etwas nicht versteht.
Ich habe sehr schnell sehr gute Freund:innen gefunden, durch Sport, Schule oder auch social media. Allerdings dauert es natürlich, bis Bekannte zu Freund:innen werden, man Leute gefunden hat, mit denen man sich gut versteht und mit denen man auch nach seiner Zeit im Ausland noch Kontakt halten kann. Ich habe schon, bevor die Schule angefangen hat, Fußball für die Schulmannschaft gespielt, wodurch ich Leute kennengelernt habe. Daher hatte ich schon Freundinnen, bevor die Schule überhaupt begonnen hatte. Außerdem habe ich vorher durch social media schon Leute kennengelernt, die in meiner Umgebung gewohnt haben, wie zum Beispiel meine beste Freundin, die ebenfalls ein Auslandsjahr in den USA macht. Mit anderen Austauschschüler:innen freundet man sich generell sehr schnell an. Man ist in der gleichen Situation und hat schnell Themen, über die man gemeinsam reden kann. Ich könnte noch ewig über die Menschen reden, die ich dort kennengelernt habe. Ich habe lebenslange Freundschaft geschlossen und mir auf der anderen Seite der Welt ein Zuhause aufgebaut.
Jedes mal, wenn ich gefragt werde, was denn mein Highlight war, sage ich immer: „Alles.“ Natürlich kann es nicht sein, dass jeder dieser Tage in den fünf Monaten ein Highlight war, aber ich habe so viel erlebt, bin über mich hinaus gewachsen und die schönen Zeiten haben immer überwogen. Fremde wurden zu Familie und Orte, die ich nur von Bildern oder Google Maps kannte, wurden zu meinem zweiten Zuhause. Ein Ort auf der anderen Seite der Welt, der für mich alles bedeutet, und natürlich würde ich mir wünschen, dass meine zwei liebsten Orte näher aneinander liegen würden, aber ich weiß, dass ich immer an beide zurückkommen kann.
Wenn man mich jetzt fragen würde, ob ich morgen aufwachen und alles wieder von vorne erleben wollte, würde ich auf jeden fall ja sagen. Ich bin glücklich, meine Familie und Freunde in Deutschland wieder täglich sehen zu können und deutsches Brot zu essen, aber natürlich vermisse ich meine Zeit im Ausland. Es war unvergesslich und ich würde es jedem weiterempfehlen. Auch wenn ich nicht dafür sorgen kann, dass euer Auslandsaufenthalt genau so schön wird, habe ich ein paar Tipps für euch, die eure Zeit hoffentlich schöner und vielleicht etwas einfacher machen.
Der allererste Schritt zum Auslandsjahr ist die Suche nach einer Organisation. Dabei sollte man auf jede Fall verschiedene Organisationen vergleichen, nach zum Beispiel Preisen, Angeboten als auch Rezensionen. Außerdem bieten viele Organisationen kostenlose Broschüren an, die einem dabei sehr helfen. Auch die Organisation, bei der ich war, bietet dies an (link für die Broschüre: https://www.kulturwerke-deutschland.de/broschueren?id=AnnaSchwarz). Allerdings sollte man auf jeden Fall mehrere vergleichen, bevor man sich entscheidet, da jeder eine andere Vorstellung hat und daher vielleicht auch eine andere Organisation braucht.
Eine der bekanntesten Sachen, die Austauschschüler:innen machen, um Momente nicht zu vergessen, ist ein Abschiedsbuch. Es gibt Seiten, auf denen man zum Beispiel sein Gastland vorstellt, und kreative Seiten, auf denen sich Freund:innen eintragen können, dies liest man dann auf dem Hinflug. Ich kenne mehrere Austauschschüler:innen, inklusive mir, die ein Abschiedsbuch gebastelt haben (man kann es aber auch kaufen) und es auf jeden Fall weiter empfehlen würden. Man kann es auch umdrehen und seine Freund:innen aus dem Gastland eintragen lassen, wenn man wieder nach Deutschland fliegt.
Eine andere Sache, die ich zwar bei nicht vielen Austauschschüler:innen gesehen habe, für mich persönlich aber eine der schönsten Erfahrungen war, war, dass ich mein Auslandsjahr auf Englisch gevloggt habe. Ich habe dies schon angefangen, bevor ich überhaupt in Amerika war, und es war unfassbar schön, als ich das Video am Morgen vor meinem Rückflug mit meinen engsten Freund:innen geschaut habe.
Eine weitere sehr wichtige Sache, meiner Meinung nach der wichtigste Teil des Auslandsjahrs, ist eine gute Beziehung zu seiner Gastfamilie. Man verbringt die meiste Zeit mit seiner Gastfamilie, sie sind die ersten Menschen, die man im Gastland trifft, und sie öffnen ihr Zuhause, um deinen Traum zu erfüllen. Meine Gastfamilie war der größte und wichtigste Teil meines Auslandsjahrs. Ohne sie wäre alles nur halb so schön gewesen, weshalb ich es jedem empfehlen würde, so früh wie möglich eine gute Beziehung zu seiner Gastfamilie aufzubauen.












