{"id":14904,"date":"2022-10-19T20:11:48","date_gmt":"2022-10-19T18:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/?p=14904"},"modified":"2024-10-13T10:48:17","modified_gmt":"2024-10-13T08:48:17","slug":"nach-dem-abitur-nach-mexiko-erfahrungsbericht-der-ehemaligen-lea-bergs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/?p=14904","title":{"rendered":"Nach dem Abitur nach Mexiko? &#8211; Erfahrungsbericht von Lea Bergs"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-15018 size-full\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-7-e1666265785776.jpg\" alt=\"\" width=\"824\" height=\"463\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-7-e1666265785776.jpg 824w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-7-e1666265785776-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-7-e1666265785776-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 824px) 100vw, 824px\" \/><\/p>\n<p>Unsere Ehemalige Lea Bergs ging nach der Abitur mit der Organisation Weltw\u00e4rts nach Mexiko. Ihren Zwischenbericht hat sie uns zur Verf\u00fcgung gestellt:<\/p>\n<p>Ein neues Jahr ist angebrochen und mal wieder bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich realisiere, wie schnell die Zeit vergeht und es kaum glauben kann, dass ich schon knapp drei Monate hier in Oaxaca de Ju\u00e1rez, Mexiko lebe. Was fu\u0308r eine Achterbahnfahrt der Gefu\u0308hle wenn ich mich an die letzte Zeit zuru\u0308ckerinnere\u2026<\/p>\n<p><!--more-->Vor meinem Aufenthalt hier in Mexiko war mein Freiwilligendienst mit sehr viel Ungewissheit verbunden. Ein unsicheres Gefu\u0308hl daru\u0308ber, ob eine Ausreise in dem Jahr trotz der Corona-Pandemie u\u0308berhaupt stattfinden k\u00f6nne, machte sich in mir breit. Normalerweise beginnt der Freiwilligendienst schon im August, doch da fu\u0308r Mexiko zeitweise eine Reisewarnung vom Ausw\u00e4rtigen Amt ausgeschrieben war, was eine Ausreise im August unm\u00f6glich machte, hie\u00df es fu\u0308r uns erstmal: warten, warten und warten und darauf hoffen, dass das Land m\u00f6glichst schnell freigegeben wird und wir endlich unseren Freiwilligendienst an diesem so fernen und fremden Ort beginnen k\u00f6nnen. Als es im Oktober dann so weit war und wir in den Flieger stiegen, konnte ich es kaum realisieren- hinter einem Gefu\u0308hl von Vorfreude und Fernweh verbarg sich auch ein Gefu\u0308hl von Aufregung und Verunsicherung, da es fu\u0308r mich das erste Mal war, so weit von zu Hause weg zu sein und dann auch noch fu\u0308r eine gefu\u0308hlte Ewigkeit.<\/p>\n<p>Nach einer knapp 30 stu\u0308ndigen Reise sind wir dann endlich in Oaxaca angekommen. Und obwohl mich die Reiseu\u0308belkeit erwischt hatte und ich absolut ersch\u00f6pft in meinem \u201eneuen Zuhause\u201c angekommen bin, habe ich mich bereits am ersten Tag in die bunte Stadt, umgeben von Bergen, verliebt und wurde super nett von meiner \u201eGastmutter\u201c aufgenommen. Gemeinsam mit einer anderen Mitfreiwilligen vom Welthaus Bielefeld lebe ich in einem kleinen Haus einer Mexikanerin namens Aurora. Wie sie uns, habe auch ich sie sofort in mein Herz geschlossen und bin ihr sehr dankbar dafu\u0308r, dass sie uns von Beginn an an die Traditionen und Br\u00e4uche von Mexiko herangefu\u0308hrt und uns sehr dabei geholfen hat sich hier schnell zurechtzufinden.<\/p>\n<p>Meine ersten Eindru\u0308ck<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-15011 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/>e<br \/>\nIch habe mich vom ersten Tag an total wohl gefu\u0308hlt in Oaxaca de Ju\u00e1rez. Die H\u00e4user sind au\u00dfergew\u00f6hnlich bunt, an den Stra\u00dfen wachsen Palmen oder andere exotische Pflanzen, das historische Zentrum mit dem Santo Domingo und dem Z\u00f3calo sowie netten Caf\u00e9s haben mich sofort in ihren Bann gezogen, die M\u00e4rkte machen die Stra\u00dfen lebendig, es ist warm, und die Berge, welche die gesamte Stadt umgeben, vermitteln ein Gefu\u0308hl von Geborgenheit und Sicherheit. Doch trotz all dieser positiven Eindru\u0308cke, gab es auch Dinge, die mich geschockt oder verwundert haben, weil ich sie nicht aus meinem \u201egewohnten Umfeld\u201c aus Deutschland kenne. Zum einen ist da der Mu\u0308ll: es gibt kaum \u00f6ffentliche Mu\u0308lleimer, weshalb der Mu\u0308ll nicht selten auf der Stra\u00dfe landet und sowohl Mu\u0308lltrennung als auch ein vernu\u0308nftiges Recyclingsystem gibt es hier nicht. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter*innen des \u00f6ffentlichen Mu\u0308lldienstes sehr schlecht bezahlt werden, was sie mit Streiks und Stra\u00dfenblockaden quittieren.<\/p>\n<p>Dies ist auch ein weiteres unangenehmes Thema: Armut und unfaire L\u00f6hne. Wenn man durch die Stadt l\u00e4uft, merkt man schnell wie gegens\u00e4tzlich und kontrastreich Vieles eigentlich ist. So stehen nicht weit von gro\u00dfen, modernen, mit Toren und Z\u00e4unen abgesperrten H\u00e4usern, einfache, kleine, nicht isolierte Blechhu\u0308tten. Auf den Stra\u00dfen sieht man abgemagerte Stra\u00dfenhunde herumirren und Kinder, teilweise im Alter von 10 Jahren oder sogar noch ju\u0308nger, versuchen auf den Stra\u00dfen Schmuck oder Su\u0308\u00dfigkeiten, aber auch Drogen wie beispielsweise Zigaretten fu\u0308r mir sehr gu\u0308nstig erscheinende Preise zu verkaufen. Ich merke schnell, dass Kinderarbeit nichts Ungew\u00f6hnliches ist und dass insbesondere in der aktuellen Zeit der Pandemie, welche fu\u0308r einen starken Armutsanstieg gesorgt hat, viele Kinder ihren Eltern aushelfen mu\u0308ssen, um sich und die Familie versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aus meinem mexikanischen Umfeld bekomme ich zudem immer h\u00e4ufiger mit, wie Frauen und M\u00e4dchen Opfer von Gewalt werden, sowohl verbal als auch physisch und dies leider oft in famili\u00e4ren Kontexten geschieht. Mir wird bewusst, dass die stereotypischen Rollenbilder noch stark vertreten und patriarchale sowie konservative Strukturen in vielen Teilen der Gesellschaft stets tief verankert und internalisiert sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15012 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-1.jpg 814w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Auf der anderen Seite stelle ich aber auch fest, dass Oaxaca de Ju\u00e1rez politisch sehr aufgeladen ist und dass es seitens verschiedener Frauen- und Menschenrechtsorganisationen immer mehr Gegenbewegungen gegen jegliche Form von Diskriminierung, Rassismus und Sexismus gibt. Immer mehr Menschen gehen hier fu\u0308r Toleranz und Solidarit\u00e4t auf die Stra\u00dfen und auch wenn dies hin und wieder zu nervigen Stra\u00dfenblockierungen in der Stadt fu\u0308hrt, denke ich, dass es genau das Richtige und absolut wichtig ist auf diese Weise ein Zeichen zu setzen.<\/p>\n<p>Meine ersten Eindru\u0308cke wurden<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-15013 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-2-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-2.jpg 323w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/> zudem auch durch das ausgesprochen leckere Essen gepr\u00e4gt. Am Anfang war ich etwas u\u0308berrascht, dass wirklich alles mit Tortilla gegessen wird und dass bei keinem Gericht<br \/>\nChili und Lim\u00f3n oder die pikante Salsa fehlen darf. An jeder Ecke gibt es Stra\u00dfenst\u00e4nde, an denen alle m\u00f6glichen Formen und Arten von Tortillas verkauft werden: Quesadillas, Tlayudas, Memelitas, Enfrijoladas oder Tacos sind nur einige wenige Beispiele unter ihnen. Gerade Oaxaca ist fu\u0308r sein gutes, leckeres und traditionelles Essen insbesondere durch seinen Quesillo, die Chapulines (Heuschrecken) oder den lokal hergestellten Mezcal landesweit bekannt. Auch <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15014 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-3-870x653.jpg 870w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-3.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>wenn ich als Veganerin viele traditionelle Gerichte nicht esse (hier wird sehr, sehr viel Fleisch konsumiert) und ich am Anfang vieles schon fast zu scharf fand, liebe ich das Essen mittlerweile wirklich sehr und wei\u00df jetzt schon, dass ich die Aguas frescas (Fruchtwasser) und den Tejate (spezielles oaxaquenisches Maisgetr\u00e4nk mit Kakao) wenn ich wieder in Deutschland bin sehr vermissen werde. Auch das riesige Angebot an lokalem, frischem Gemu\u0308se und exotischem Obst, macht das vegan leben dann zum Glu\u0308ck doch nicht so schwer.<\/p>\n<p>Arbeit<br \/>\nIch arbeite in Lomas de San Jacinto, einem eher marginalisierten und armen Stadtviertel von Oaxaca de Ju\u00e1rez und bin dort in einer \u201eAsociaci\u00f3n Civil\u201c (NGO) namens Calpulli t\u00e4tig. Bei meinem Projekt handelt es sich um ein Kultur- und Bildungszentrum fu\u0308r Kinder und Jugendliche aus der Region. Calpulli bietet Kindern der Grundschule eine Nachmittagsbetreuung an (Curso de apoyo), wo ihnen bei Hausaufgaben oder Lernschwierigkeiten geholfen wird. Au\u00dferdem gibt es seit einigen Jahren auch eine Vorschule, bestehend aus dem Segundo und Tercer Nivel, wo Kinder im Alter von vier bis fu\u0308nf Jahren vormittags betreut werden.<\/p>\n<p>Des Weiteren besitzt Calpulli eine Bibliothek, in der die Familien aus der Umgebung Bu\u0308cher ausleihen k\u00f6nnen, sowie einen Computerraum, der u\u0308blicherweise fu\u0308r Computerkurse fu\u0308r Kinder genutzt wird. Ebenso wird eine Tanz AG angeboten, durch die Kinder und Jugendliche die M\u00f6glichkeit erhalten, traditionelle T\u00e4nze verschiedener indigener Gemeinden zu erlernen um sie so ein Stu\u0308ck weit an die oaxaquenische Kultur heranzufu\u0308hren. Auch ist das Zentrum Calpulli der Treffpunkt fu\u0308r CONNAD (Comit\u00e9 de Ni\u00f1as, Ni\u00f1os y Adolescentes por sus Derechos), eine Gruppe aus Jugendlichen, die sich mit der Thematik der Menschen- und insbesondere Kinderrechte auseinandersetzt. Das Komitee, welches zur Zeit aus fu\u0308nf Jugendlichen im Alter von 15-17 besteht, hat sich als Ziel gesetzt sowohl sich selber besser u\u0308ber die sozialen Problematiken und die Menschenrechtslage in Lomas de San Jacinto zu informieren, diese Inhalte aber auch an Andere und an die \u00d6ffentlichkeit zu tragen.<\/p>\n<p>In meiner ersten Arbeitswoche hat sich das Team viel Zeit genommen, um uns Freiwillige (meine Mitbewohnerin Greta und mich) besser kennenzulernen, uns die verschiedenen Arbeitsbereiche Calpullis zu zeigen und uns langsam aber gewissenhaft einzuarbeiten. Felipe, welcher Calpulli vor mehr als 26 Jahren mitgegru\u0308ndet hat, erz\u00e4hlte uns zudem viel u\u0308ber die Geschichte dieser Institution: von ihren Anf\u00e4ngen, wie sie sich u\u0308ber die Zeit entwickelt hat und vor allem was ihre Ziele und Absichten sind. Das Arbeitsteam, welches aus neun Mitarbeiter*innen (plus uns zwei Freiwilligen) besteht, hat uns super herzlich aufgenommen und mittlerweile fu\u0308hlt es sich mit ihnen schon fast an wie in einer gro\u00dfen Familie. Ich verstehe mich sehr gut mit Allen und auch wenn alles bis aufs kleinste Detail bei unseren t\u00e4glichen Sitzungen nach dem Mittagessen ausdiskutiert wird, gef\u00e4llt mir, dass wirklich alles(!) kollektiv entschieden wird und bei jedem Vorschlag, jeder Idee oder Anregung erstmal demokratisch im Team daru\u0308ber abgestimmt und seine<br \/>\nMeinung ge\u00e4u\u00dfert wird. Hier wird jede Stimme gesch\u00e4tzt und ernstgenommen und alle mit sehr viel Respekt behandelt. Ich liebe dieses Arbeitsklima und insbesondere durch die \u201eautocuidados\u201c mit dem Arbeitsteam, welche wir einmal im Monat realisieren, (wobei es sich um gemeinsame Aktivit\u00e4ten, wie Karaoke singen, Volleyball spielen oder Ausflu\u0308ge machen, handelt,) mit dem Ziel unseren Teamgeist zu st\u00e4rken, merke ich wie wir uns immer besser kennenlernen und meine Kolleg*innen mir mehr und mehr ans Herz wachsen.<\/p>\n<p>Ich selber arbeite gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin\/ Mitfreiwilligen im Bereich der Vorschule. W\u00e4hrend meine Mitfreiwillige die vierj\u00e4hrigen Kinder begleitet, unterstu\u0308tze ich Maestra Noelia bei der Gruppe der Fu\u0308nfj\u00e4hrigen. Bei Calpulli legen wir sehr viel Wert darauf die Kinder mit Wu\u0308rde und Wertsch\u00e4tzung zu behandeln und sie als eigenst\u00e4ndige Individuen anzusehen. Calpulli distanziert sich bewusst von der \u201eu\u0308blichen\u201c Unterrichtsform, wie sie an \u00f6ffentlichen (von der Regierung abh\u00e4ngigen) Schulen gehandhabt wird und bietet stattdessen eine alternative Edukation an, in der das Kind im Zentrum steht und nach seinen Bedu\u0308rfnissen und Wu\u0308nschen gehandelt wird. (\u00c4hnlich wie bei den Waldorfschulen in Deutschland).<\/p>\n<p>Ziel der Vorschule ist, den Kindern allt\u00e4gliche, fu\u0308rs Leben wichtige Inhalte auf spielerische und kreative Art und Weise zu vermitteln, ihnen aber gleichzeitig auch einen Raum zu schaffen, in dem sie frei ihre Gefu\u0308hle und Gedanken ausdru\u0308cken und gemeinsam mit anderen Kindern spielen und sich austauschen k\u00f6nnen. Wir versuchen den Kindern Eigenst\u00e4ndigkeit beizubringen und sie neben grundlegenden Dingen, wie das Beibringen von Zahlen oder Buchstaben als Vorbereitung fu\u0308r die Grundschule, auch u\u0308ber wichtige Themen, wie z.B. eine gesunde, ausgewogene Ern\u00e4hrung aufzukl\u00e4ren. Auch die Pr\u00e4vention von sexuellem Missbrauch und das St\u00e4rken des Selbstbewusstseins der Kinder spielt eine wichtige Rolle. Mit verschiedenen Aktivit\u00e4ten versuchen wir ihnen beispielsweise deutlich zu machen, dass ihre K\u00f6rper ganz alleine ihnen geh\u00f6ren und sie das Recht dazu haben \u201eNein\u201c zu sagen, wenn sie nicht angefasst werden wollen oder sich unwohl fu\u0308hlen.<\/p>\n<p>Arbeitsalltag<br \/>\nSeit Beginn der Pandemie hat Calpulli verschiedene Hygienema\u00dfnahmen getroffen, sodass wir bei den Kindern, wenn sie morgens um 9 Uhr bei Calpulli ankommen, erst einmal die K\u00f6rpertemperatur messen, deren gesamten K\u00f6rper mit Desinfektionsspray einspru\u0308hen und anschlie\u00dfend gemeinsam H\u00e4nde waschen. Da das Wasser gerade in dieser Region sehr knapp ist und die Versorgung in Lomas de San Jacinto mit Strom und Wasser im Allgemeinen sehr mangelhaft ist, helfe ich den Kindern dabei und schaue, dass sie nicht unn\u00f6tig Wasser verschwenden.<\/p>\n<p>In den Morgen wird dann erstmal mit Liedersingen, Tanzen und Bewegung gestartet. Manchmal gehen wir auch mit den Kindern in die Bibliothek, wo Miguel ihnen eine Geschichte vorliest und anschlie\u00dfend gespielt werden darf. Um 10:30 Uhr bekommen die Kinder ein Fru\u0308hstu\u0308ck von Calpulli bereitgestellt, fu\u0308r welches die Eltern w\u00f6chentlich vier Pesos zahlen, was umgerechnet ca. 17 Cent entspricht und was der einzige Beitrag ist, welchen die Eltern fu\u0308r die Betreuung in der nichtstaatlichen Institution aufbringen mu\u0308ssen. Jeden Morgen schnippeln unsere beiden K\u00f6chinnen Obst und Gemu\u0308se und zaubern den Kindern ein gesundes und nutritives Fru\u0308hstu\u0308ck, um unter anderem auch der Fehl- und Mangelern\u00e4hrung aus der Umgebung entgegenzuwirken. Noelia und ich, welche den Tercer Nivel leiten, versuchen jeden Tag auf spielerische Art und Weise, den Kindern Neue Dinge beizubringen. Mit unserer Gruppe bemalen wir zum Beispiel T-Shirts, basteln Kronen fu\u0308r den D\u00eda de los Reyes Magos oder erstellen Figuren mit geometrischen Formen. Durch das Z\u00e4hlen von Gegenst\u00e4nden und das Schreiben ihrer Namen, versuchen wir zudem ein erstes Rechen- und Leseverst\u00e4ndnis aufzubauen. Das t\u00e4gliche basteln und malen hilft den Kindern sowohl dabei gewisse koordinative F\u00e4higkeiten zu erlernen (z.B. ausschneiden), als auch deren Kreativit\u00e4t zu st\u00e4rken und ihren Fantasien freien Lauf zu lassen.<\/p>\n<p>Zu Beginn fiel mir die Arbeit mit den Kindern etwas schwer. Da war zum einen das Sprachproblem: h\u00e4ufig habe ich die Kinder nicht verstanden, weil sie meines Erachtens sehr schnell und leise gesprochen haben und einige Kinder sowieso noch Probleme haben die W\u00f6rter richtig auszusprechen. Mit der Zeit verschwindet diese Barriere jedoch immer mehr und jetzt ist es auch kein Problem mehr fu\u0308r mich mal alleine mit der Vorschulgruppe zu sein und zum Beispiel die \u201eBienvenida\u201c mit ihnen zu machen.<\/p>\n<p>Zum anderen gab es aber noch eine andere, fu\u0308r mich schwieriger zu bew\u00e4ltigende Hu\u0308rde bei der Arbeit. Das Thema Gewalt und allgemeine Lebensumst\u00e4nde. Ich war geschockt als bereits am zweiten Tag ein vierj\u00e4hriges M\u00e4dchen zu mir kam und mir weinend berichtete, dass ihre Mutter sie am Morgen geschlagen hatte. Ich wusste nicht wie ich reagieren oder ihr helfen sollte und habe mich dann an meine Arbeitskollegin gewandt, die mir erz\u00e4hlte, dass es hier ganz normal sei, dass die Kinder geschlagen und leider h\u00e4ufig mit wenig Respekt behandelt werden. Bereits in der Vergangenheit hat sich das Calpulli Team sehr darum bemu\u0308ht, die Eltern der Kinder hinsichtlich des Themas H\u00e4uslicher Gewalt zu sensibilisieren, doch leider sind diese Strukturen und Verhaltensweisen oft fest internalisiert und schwer von au\u00dfen zu beeinflussen, so dass diverse Gespr\u00e4che mit den Erziehungspersonen der Kinder nicht oder nur kaum zur einer Besserung der Situation gefu\u0308hrt haben. Relativ schnell habe ich bemerkt, dass der Vorfall mit dem M\u00e4dchen leider kein Einzelfall war.<\/p>\n<p>Auch die Tatsache, dass die Versorgung in Lomas de San Jacinto mit Strom und Wasser sowie die Infrastruktur im Allgemeinen sehr mangelhaft ist und einige Kinder in anliegenden nichtisolierten Blechhu\u0308tten ohne Internet, geschweige denn warmes Wasser leben, hat mich am Anfang sehr getroffen. Auch das Problem der Fehl- und Mangelern\u00e4hrung, sowie der eingeschr\u00e4nkte Zugang zu medizinischer Hilfe ist mir bei den Kindern, durch Untergewicht oder mit Karies befallenen Z\u00e4hnen ziemlich schnell aufgefallen.<\/p>\n<p>Inzwischen fange ich an, meine eigenen Privilegien immer mehr zu reflektieren und die Arbeit Calpullis immer mehr zu sch\u00e4tzen, weil ich merke wie wichtig es ist den Kindern diesen geborgenen Raum zu geben wo sie lernen aber auch einfach Spa\u00df und in gewisser Weise eine Ablenkung von diverses Problematiken mit denen sie im Alltag konfrontiert werden, haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich liebe die Arbeit mit den Kindern und habe das Gefu\u0308hl selber so viel von ihnen lernen zu k\u00f6nnen- sowohl sprachlich, als auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Ich habe die Kinder jetzt schon unglaublich fest in mein Herz geschlossen und ich freue mich jeden Tag aufs Neue, sie zu sehen und mit ihnen neue Erfahrungen zu sammeln.<\/p>\n<p>Neben der Vorschule engagiere ich mich auch noch bei CONNAD. Jeden Montag treffen wi<br \/>\nuns, um zum Beispiel Workshops von Journalist*innen oder anderen Menschenrechtsorganisationen zu nehmen, um uns so zur Thematik Kinder- und Menschenrechte immer weiterzubilden. Momentan arbeiten wir an einem Radioprogramm, mit dem wir den Teilnehmer*innen des CONNAD-Teams eine Stimme geben und einen Raum schaffen wollen, wo sie ihre Meinung aber auch Inhalte aus den verschiedenen Workshops verbreiten und kundtun k\u00f6nnen. CONNAD ist au\u00dferdem auch Teil von REDIM (Red por los Derechos de la Infancia en M\u00e9xico), einem Netzwerk, bestehend aus verschiedenen Kinderrechtsorganisationen und Komitees aus ganz Mexiko, welches in Form verschiedener Aktionen fu\u0308r die Anerkennung und Einhaltung der Kinderrechte auf nationaler Ebene k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Einmal in der Woche fu\u0308hren wir mit REDIM ein Zoom Meeting durch, um verschiedenste<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15015 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-4-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-4-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-4.jpg 364w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Projekte zu planen. Die Pr\u00e4sidentin unseres CONNAD Komitees wurde auch schon auf eine nationale Konferenz in Mexiko-Stadt eingeladen, um dort u\u0308ber verschiedenste Themen, wie Migration, Kinderarbeit oder milit\u00e4rische Rekrutierung von Kindern zu sprechen. im November, zum Tag, an dem die UN- Kinderrechtskonvention vor 32 Jahren unterzeichnet wurde, haben wir zudem einen Audiospot zu dieser Thematik aufgenommen und ihn in verschiedenen sozialen Netzwerken ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die Arbeit mit den Jugendlichen hat mich bis jetzt schon unfassbar gepr\u00e4gt und ich finde es sehr bewundernswert, dass sie in diesem jungen Alter (15-17) schon so viel Ahnung im Bereich Menschenrechte haben und wirklich fu\u0308r diese Art Arbeit brennen. Ich denke, dass CONNAD sehr viel Potenzial hat und wir mit unseren Projekten zur Aufkl\u00e4rungsarbeit in der Region beitragen k\u00f6nnen. Ich merke, wie ich mich immer mehr fu\u0308r Menschenrechtsarbeit interessiere und hoffe, dass ich noch sehr viel von und mit CONNAD dazulernen kann.<\/p>\n<p>Sprache<br \/>\nBevor ich nach Mexiko gekommen bin, hatte ich bereits fu\u0308nf Jahre Spanischunterricht in der Schule und dieses Fach auch mu\u0308ndlich in meinem Abitur. Daher war ich auch u\u0308berzeugt, dass ich schon sehr gut spanisch kann und es hier kein gro\u00dfes Problem sein sollte klarzukommen. Und doch war der Anfang echt schwierig und mu\u0308hsam.<\/p>\n<p>Es war anstrengend den ganzen Tag spanisch zu h\u00f6ren und zu sprechen und ich habe insbesondere in den ersten Wochen gemerkt, wie stark mich das Sprechen dieser Sprache eigentlich ersch\u00f6pft. Viele Dinge haben andere Bezeichnungen, als die die ich im Spanischunterricht gelernt habe. Unter anderem gibt es hier kein \u201evosotr@s\u201c und auf dem Gemu\u0308semarkt war ich erstmal ziemlich aufgeschmissen, weil die Leute hier beispielsweise keine \u201epatatas\u201c kennen, so wie ich es in der Schule gelernt habe. (Hier sagt man \u201epapas\u201c zu<br \/>\nKartoffeln). Au\u00dferdem sind die Mexikaner*innen sehr gut darin im doble sentido, also sehr zweideutig zu sprechen und alles wird im Diminutivo mit -ito oder -ita verniedlicht. Zus\u00e4tzlich wird einfach immer der Ausdruck \u201eahorita\u201c benutzt, egal ob du jetzt, gleich, sp\u00e4ter oder nie ausdru\u0308cken willst.<\/p>\n<p>Das sind Dinge, an die man sich erst einmal gew\u00f6hnen muss und die einen manchmal echt verwirren k\u00f6nnen. Ich selber finde es auch h\u00e4ufig frustrierend, dass ich mich nicht so ausdru\u0308cken kann, wie ich gerne wollte oder mein Gegenu\u0308ber mich nicht versteht. Das kann sehr anstrengend sein und gerade weil Viele hier kein englisch sprechen k\u00f6nnen, bringt das Ausweichen auf eine andere Sprache auch nicht viel.<\/p>\n<p>Ru\u0308ckblickend finde ich es jedoch erstaunlich, wie viel ich in dieser kurzen Zeit schon dazu gelernt habe und jetzt auch typisch mexikanische Redewendungen verstehen kann. Allgemein stelle ich fest, dass ich von Tag zu Tag mehr verstehe und viel flu\u0308ssiger und insbesondere intuitiver sprechen kann. Den ganzen Tag Spanisch um mich herum zu haben ist bei Weitem nicht mehr so anstrengend fu\u0308r mich wie zu Beginn und sowohl bei der Arbeit als auch im Alltag kann ich mich immer mehr und besser ausdru\u0308cken und am Ende klappt es<br \/>\ndoch immer sich irgendwie zu verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Alltag, Freizeit und Freund*innen<br \/>\nAuch wenn am Anfang alles noch so neu und chaotisch schien und ich mich echt gefragt habe, wie ich mich hier jemals alleine zurechtfinden solle, ging es dann doch relativ schnell mit dem Eingew\u00f6hnen und eine Art Routine zu erlangen. Mittlerweile ist es kein Problem fu\u0308r mich die zwei Busse morgens zur Arbeit zu nehmen, auch wenn das ganze Bussystem mir zun\u00e4chst sehr unorganisiert erschien. Es gibt weder Fahrpl\u00e4ne, noch ist es als Nicht-Einwohnerin Oaxacas nahezu unm\u00f6glich Bushaltestellen auch als solche zu identifizieren, da die Busse oft an beliebigen Stra\u00dfenecken ohne jegliche Markierung halten. Zum Glu\u0308ck hat <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-15016 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-5-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-5-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-5-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-5-870x490.jpg 870w, https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Erster-Erfahrungsbericht-1-5.jpg 922w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>uns unsere \u201eGastmutter\u201c bereits in der ersten Woche gezeigt, wie und wo wir welche Busse<br \/>\nnehmen k\u00f6nnen und auch direkt mal eine Probefahrt mit uns gemacht. Jetzt bin ich es schon gew\u00f6hnt mit dem 8 Pesos gu\u0308nstigen Bus (umgerechnet entspricht das ca. 34 Cent) durch die Gegend zu pendeln und bin etwas erstaunt daru\u0308ber, wie gut das Bussystem doch funktioniert, obwohl es zun\u00e4chst alles andere als organisiert erscheint.<\/p>\n<p>Meine Freizeit verbringe ich mit Freund*innen treffen, Ausflu\u0308ge machen und Sporttreiben. Zu Beginn hat sich mein Freundeskreis noch sehr auf die Freiwilligengruppe des Welthauses beschr\u00e4nkt. Wir treffen uns fast jedes Wochenende und genie\u00dfen die Abende auf der Dachterrasse der WG, in der drei weitere Freiwillige leben und von der man einen wundersch\u00f6nen Ausblick u\u0308ber die gesamte Stadt hat. Durch die Tochter unserer \u201eGastmutter\u201c, welche in Mexiko-Stadt lebt, uns aber fu\u0308r fast drei Wochen in unserem ersten Monat hier in Oaxaca besucht hat, haben meine Mitbewohnerin und ich auch sehr schnell mexikanische Bekanntschaften gemacht. Mit ihren Freund*innen sind wir mittlerweile schon richtig gut befreundet und verbringen gerne mal die freien Nachmittage oder Wochenenden zusammen.<\/p>\n<p>An meinen arbeitsfreien Tagen versuche ich immer viel von Oaxaca und der Umgebung zu sehen. Gemeinsam mit den anderen Freiwilligen war ich bereits beim Hierve el Agua- den \u201eversteinerten\u201c Wasserf\u00e4llen und dem Monte Alb\u00e1n- einer Ruinenst\u00e4tte in den Bergen, der damaligen zapotekischen Hauptstadt. Auch hatte ich schon die Gelegenheit verschiedene Pueblos (D\u00f6rfer) von Oaxaca zu sehen: In Teotitl\u00e1n wurde ich einmal auf eine traditionelle Taufe eingeladen, ein anderes Mal lud uns eine Zapotekin zu sich nach Hause ein um uns zu zeigen, wie sie selber \u201eTapetes\u201c (Teppiche) herstellt.<\/p>\n<p>Auch hatte ich schon die Gelegenheit In Tule den bekannten \u201e\u00c1rbol de Tule\u201c zu besichtigen und mit meinem Arbeitsteam die Wasserf\u00e4lle Apoalas, welche wirklich traumhaft sch\u00f6n sind, zu sehen. Mit Felipe und Diana, zwei meiner Arbeitskolleg*innen, habe ich in Mitla neben den Ruinen ehemaliger Zapotekenpal\u00e4ste gepicknickt und anschlie\u00dfend den Mercado de Tlacolula besichtigt. Der Markt mit dem knalligen frischen Obst und Gemu\u0308se und den indigenen Frauen, die ihre selbsthergestellten Kunsthandwerke dort verkaufen, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Oaxaca hat einfach unfassbar viel zu bieten- sei es die Natur oder<br \/>\nKultur. Landschaftlich gesehen ist es mit seinen teils unberu\u0308hrten Str\u00e4nden, den gru\u0308nen artenreichen W\u00e4ldern und den Sierras (=Gebirgen) einfach unglaublich sch\u00f6n und divers.<\/p>\n<p>Zudem hat Oaxaca, als der mexikanische Staat mit dem gr\u00f6\u00dften Anteil an indigener Bev\u00f6lkerung, auch traditionell und kulturell gesehen ein total gro\u00dfes Angebot- es gibt verschiedene indigene Pueblos und jeder dieser Pueblos hat seine eigenen Trajes (Kleidung), Bailes (T\u00e4nze) und auch teilweise eigene Sprachen. Die verschiedenen Traditionen finde ich unglaublich interessant und die T\u00e4nze gefallen mir sogar so gut, dass ich mich dazu entschieden habe hier vor Ort in eine Tanzschule zu gehen. Dreimal in der Woche nehme ich jetzt Tanzstunden und lerne Cumbia, Salsa und Bachata, welche mit zu den bekanntesten T\u00e4nzen hier aus der Region z\u00e4hlen. Ich denke es ist wichtig sich ein Hobby zu suchen, da es neben den manchmal stressigen<br \/>\nArbeitstagen einen guten Ausgleich schafft und man auch wieder neue andere Leute kennenlernt. Beim Tanzen finde ich es besonders sch\u00f6n, dass man neben dem Bewegungsaspekt zus\u00e4tzlich auch etwas von der Kultur lernt und man bei jeglichen Feiern, sei es ein Geburtstag oder eine traditionelle Taufe, zumindest einigerma\u00dfen mittanzen kann.<\/p>\n<p>Meine zweiw\u00f6chigen Weihnachtsferien habe ich mit Greta (meiner Mitfreiwilligen) im Su\u0308den von Mexiko verbracht und hatte die M\u00f6glichkeit durch Yucat\u00e1n und Quintana Roo zu reisen. Die Stadt M\u00e9rida, die Pyramide von Chich\u00e9n Itz\u00e1, welche auch eines der sieben modernen Weltwunder ist, traumhafte Zenoten, die St\u00e4dte Playa del Carmen und Canc\u00fan waren einige der Orte, die wir in diesem Urlaub gesehen haben. Fu\u0308r mich war es das erste Mal an der Karibikku\u0308ste und ich muss sagen, dass ich es dort wirklich sehr genossen habe und ich froh daru\u0308ber bin auch einen ganz anderen Teil von Mexiko kennengelernt zu haben, welcher sehr stark von der Maya Kultur beeinflusst wurde und daher einen gro\u00dfen traditionellen Reichtum besitzt, aber eben auch mit seinen paradiesischen Str\u00e4nden und dem knalltu\u0308rkisen Wasser eine unglaublich harmonische Atmosph\u00e4re schafft.<\/p>\n<p>Nun ja, ich bin gespannt was die n\u00e4chsten siebeneinhalb Monate noch so bringen. Ich denke<br \/>\nauf jeden Fall, dass es genau die richtige Entscheidung gewesen ist hierhin zu kommen und<br \/>\nbin froh, dass ich noch so viel Zeit vor mir habe.<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Fyler-weltwa\u0308rts.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"off\">Fyler-weltwa\u0308rts<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<\/p>\n<p>Unsere Ehemalige Lea Bergs ging nach der Abitur mit der Organisation Weltw\u00e4rts nach Mexiko. Ihren Zwischenbericht hat sie uns zur Verf\u00fcgung gestellt:<\/p>\n<p>Ein neues Jahr ist angebrochen und mal wieder bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich realisiere, wie schnell die Zeit vergeht und es kaum glauben kann, dass ich schon knapp &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/?p=14904\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":15011,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59,45,99],"tags":[],"class_list":["post-14904","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ehemalige","category-fach-spanisch","category-schuelerinnen-schreiben","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14904"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14904\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15029,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14904\/revisions\/15029"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anne-frank-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}