Feierliche Titelverleihung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Samstag, 3.12.2016

Mit kritischen Worten, entsprungen aus persönlichen Erfahrungen, machte die Schülergruppe junger Menschen mit Migrationshintergrund um Frau Rebière den Auftakt zur feierlichen Titelverleihung an das Anne-Frank Gymnasium. unbenannt-1_r1_c1

wp_20161212_001„Ich möchte nicht wegen meiner Hautfarbe diskriminiert werden – ich hatte keinen Einfluss darauf, wo ich geboren wurde.“ Nachdenklich stimmen diese Worte…. In diesem Sinne verlief die Veranstaltung in der Aula des Schulzentrums. Gäste und Paten waren der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis, der Bezirksbürgermeister von Laurensberg Alexander Gilson und Marita Gülpen vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Aachen, die als Vertreterin der Bundeskoordinierungsstelle der SoR-SmC-Schulen in Berlin dem AFG den Titel verlieh.

So mancher Redner thematisierte die Diskrepanz zwischen den Forderungen nach tolerantem Verhalten und dem tatsächlichen Handeln Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber, das tagtäglich in öffentlichen und privaten Beziehungen und Begegnungen erlebt wird.
Bereits seit Jahren beweisen die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank Gymnasiums mit vielerlei Aktionen und Projekten zum Anne-Frank-Tag oder außerhalb, dass sie sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen und sich um einen toleranten Umgang miteinander bemühen. Dementsprechend engagiert zeigten sie sich auch in der Gestaltung des Programms. Den Anfang machten Carlos und Nissa mit einem Gesang-Gitarrenduo, gefolgt vom Schulchor mit zwei Liedern und James Bay’s „Let it go“, gesungen von Benita, Svenja und Sophia. Die Klassen 9b und 7c zeigten Szenen in verschiedenen Varianten, in denen rassistisches Verhalten sowie ein der Würde des Menschen angemessener Umgang mit Fremden deutlich wurden. Milena, Till und Jan präsentierten das Gedicht einer Betroffenen „Ich habe es satt!“ Den Höhepunkt bildete die eigentliche Titelverleihung an die Schule, repräsentiert durch die Klasse 8d, die sich zusammen mit ihrer Politiklehrerin Frau Brögelmann für diese Titelverleihung engagiert hatten.
Obwohl das Thema der Migration und der Umgang mit vermeintlich fremden Menschen innerhalb der Veranstaltung dominierten, wurde von den Rednern betont, dass sich Toleranz und Zivilcourage nicht nur auf ein mutiges Einsetzen für Menschen anderer Herkunft (innerhalb der Familie) bezieht. Zivilcourage wird überall dort benötigt, wo Menschen wegen irgendeiner vermeintlichen Andersheit physisch oder psychisch angegriffen werden, sei es wegen einer anderen Herkunft, sexuellen Identität, Religion oder einer Behinderung. Ebenfalls sei, so Marita Gülpen, die Auszeichnung trotz des vielen Lobs nicht als „Trophäe“ zu verstehen, die man verstauben lassen kann, sondern auch als Verpflichtung, sich weiterhin aktiv dafür einzusetzen, dass alle Menschen gleich sind und mit Toleranz und Respekt behandelt werden müssen.
Vielen Dank, liebe Schülerinnen und Schüler der 8d, Frau Brögelmann und allen Beteiligten an der Gestaltung der Titelverleihung.

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