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Latein am AFG

Warum sollte man sich dafür entscheiden, Latein zu lernen?
„Latein ist tot, es lebe Latein!“ nennt W. Stroh sein Buch über die lateinische Sprache
Viele Menschen verbinden mit Latein die Vorstellung einer „toten“ Sprache oder auch Erinnerungen an einen äußerst langweiligen Lateinunterricht, in dem Stunde für Stunde ein Text nach dem anderen übersetzt wurde.
Wir, die Lateinlehrer des AFG, halten Latein weder für „tot“ – auch wenn es zugegebenermaßen nicht mehr gesprochen wird -, noch gestalten wir unseren Unterricht auf die oben angesprochene Weise.
Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu unserem Fach gefunden haben.
Daher erst einmal:

Salvete parentes, salvete puellae puerique!
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Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz einige Gründe darlegen, die für das Lernen von Latein sprechen.

Latein lebt!

Beschäftigen wir uns doch zuerst einmal mit diesem immer wieder genannten Vorurteil. Zwar wird Latein nicht mehr gesprochen, aber bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass es trotzdem, auch in unserer Zeit, äußerst lebendig ist. Latein lebt zum einen in den romanischen Sprachen Italienisch, Französisch, Spanisch usw. fort, die aus dem Lateinischen entstanden sind. So haben über 70% der romanischen Sprachen und übrigens auch 50% des englischen Wortschatzes ihre Wurzeln im Lateinischen. Latein ist somit die „Muttersprache“ vieler anderer Sprachen und hilft, diese Sprachen leichter zu lernen und zu verstehen.
Auch im Deutschen benutzen wir eine Vielzahl an Wörtern, in denen ein lateinischer Kern steckt. So z.B. Computer (computare), Globalisierung (globus) , international (inter nationes), aber auch Wörter wie z.B. Keller (cella) stammen aus dem Lateinischen. Um zu verdeutlichen, wie groß der Anteil der aus dem Lateinischen entlehnten Wörter in unserem Alltag ist, haben wir im folgenden Satz die Wörter, die aus dem Lateinischen stammen, rot hervorgehoben.

Der Detektiv observierte – trotz einer Fraktur des Armes – permanent in dem (Omni)Bus intelligente Lateinstudenten.

Natürlich ist dieser Satz konstruiert – doch zeigt er trotzdem, dass viele Menschen Latein „sprechen“ ohne es zu wissen.
Auch in der Werbung kommt man an der lateinischen Sprache nicht vorbei. Wer wissen möchte, warum eine bekannte Automarke Audi heißt oder was hinter den Namen Nivea, Alete, Servus usw. steckt, der befrage seine Kinder, die an unserem Schnupperkurs Latein teilnehmen. Nicht zu vergessen Harry Potter, dessen Zaubersprüche man ohne Latein eigentlich nicht wirklich verstehen kann und auch die vielfältigen lateinischen Namen von Firmen, Pflegeeinrichtungen und Produkten.

Latein hilft, Fremdwörter besser zu verstehen

Da viele Fremdwörter und Fachbegriffe, besonders aus naturwissenschaftlichen Fächern, aus dem Lateinischen abgeleitet sind, hilft Latein in hohem Maß, diese Wörter leichter zu verstehen. Dadurch haben Schüler mit Lateinkenntnissen besonders in den höheren Klassen in allen Fachbereichen Vorteile beim Lesen und Verstehen von Texten.

Latein schärft das Sprachbewusstsein für die deutsche Sprache und fördert die Sprachkompetenz

Oft lernen und verstehen die Schüler erst in der Auseinander-setzung mit der lateinischen Grammatik die deutsche Grammatik und verbessern so ihr Verständnis der eigenen Muttersprache. Im Lateinunterricht trainieren wir einen bewussten Umgang mit der deutschen Sprache und fördern zudem die passive Sprachbeherrschung, also die Fähigkeit, komplexere deutsche Texte zu verstehen. Durch die Notwendigkeit im Lateinischen genau auf die Endungen der Wörter und die damit verbundenen Informationen zu achten und das Gelesene in ein gutes Deutsch zu übersetzen fördert Latein in hohem Maße die Sprach- und die Lesekompetenz der Schüler. Wissenschaftliche Texte werden durch Sprachkompetenz und Kenntnis von Fremdwörtern schneller und besser verstanden.

Latein verbessert die Lesekompetenz

Latein fördert das genaue Lesen und damit das Textverständnis. Die Lesekompetenz von Schülern/Studenten mit Latinum ist höher als die von Schülern/Studenten ohne Latinum. Wer Latein gelernt hat, weist nach einer Untersuchung der Universität Köln (W.D. Lebek, 2003) „für komplexe Texte eine höhere Verstehens- und Lesekompetenz“ auf. Dies erscheint sehr logisch, da Lateinschüler trainieren, die Texte mikroskopisch zu lesen, d.h. möglichst alle Informationen, die in den einzelnen Wörtern enthalten sind, zu erkennen.
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Latein trainiert den Geist

Das Übersetzen lateinischer Texte erfordert mikroskopisches Lesen und verlangt drei Denkoperationen : das Identifizieren und das Analysieren der lateinischen Wörter bzw. Endungen und das Transformieren ins Deutsche. Latein trainiert Genauigkeit, Konzentration, logisches Denken und Durchhaltevermögen.
Davon profitieren unsere Schüler nicht nur im Lateinunterricht, sondern auch in allen anderen Fächern!

Latein ist eine Voraussetzung für viele Studienfächer

Für viele Studienfächer braucht man als Voraussetzung das Latinum. Dazu gehören z.B. Geschichte, Archäologie, Philosophie, Englisch, Französisch, Spanisch, Germanistik, Theologie usw. Manchmal werden das Latinum bzw. Lateinkenntnisse auch benötigt, um zu bestimmten Seminaren zugelassen zu werden. Man kann das Latinum zwar an den Universitäten erwerben, aber dies ist sehr zeitaufwendig, da die Sprache dort sehr viel schneller neben den eigentlichen Fächern erlernt werden muss. Der Stoff, den die Schüler an der Schule in fünf (Latein ab Klasse 6) bzw. vier Jahren (Latein ab Klasse 8) lernen, soll an der Universität in sehr viel kürzerer Zeit (etwa anderthalb Jahre) „gepaukt“ werden.
Alle gesprochenen Sprachen kann man auch sehr gut neben oder nach der Schule im Ausland lernen – Latein leider nicht.

Latein macht Spaß!

Es macht einfach Spaß, sich mit antiker Geschichte, Mythen, römischer Kultur und spannenden Geschichten auf Latein zu beschäftigen. Zudem ist es faszinierend, zu erkennen, dass viele Gedanken und Vorstellungen der Römer z.B. über Themen wie „Wie sollte man mit der Zeit umgehen?“, „Was bedeutet eigentlich Freundschaft?“ oder auch „Warum reist man?“ auch in unserer Zeit hochaktuell sind.

Deshalb lautet unser Fazit: Latein lohnt sich!