«

»

Typografische Erinnerung – Kunstausstellung in der 2. Etage

Anne Frank war ein jüdisches deutsches Mädchen, das sich jahrelang mit ihrer Familie in einem niederländischen Hinterhaus versteckt hielt, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. In dieser Zeit schrieb sie ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen in ein Tagebuch, welches heute als historisches Dokument aus der Zeit des Holocaust gilt. Ihre Aufzeichnungen lassen tiefe Einblicke in die Gedankenwelt eines jungen Mädchens zu, welches das dringende Bedürfnis hatte, ihrer Situation exemplarisch für viele andere Opfer des Holocaust, Ausdruck zu verleihen. Anne Frank stellt heute eine Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit in der Zeit des Nationalsozialismus dar.

Die künstlerische Szene des Graffiti entstand mit den Anfängen des Hip Hop zu Beginn der 70er Jahre in New York und fasste schon bald auch in Europa Fuß. Schon immer wurde die Sprühfarbe auch als Ausdruck politischer Aussagen eingesetzt, was durch zahlreiche Schriftzüge, Stencils und Paste-Ups im öffentlichen Raum deutlich wird.

Was hat nun diese Form der Street Art mit dem Mädchen Anne Frank zu tun? Dieser Frage hat sich die Klasse 8c im Kunstunterricht angenommen und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:

Die Graffitikünstler sowie Anne Frank suchten ein Medium, um ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Anne Frank war dies zunächst nur in stillen Stunden innerhalb eines kleinen Buches möglich, doch spätestens seit der Veröffentlichung ihres Tagesbuches, hat ihr geschriebenes Wort sehr viele Menschen erreicht und berührt. Aus diesem Grund wählte die Klasse 8c verschiedene Textstellen aus ihrem Tagebuch aus und transformierte sie im Sinne der Graffitiszene mit Sprühfarben auf einzelnen weißen Pappen, die nun als Gesamtausstellung in der 2. Etage des Schulgebäudes zu sehen sind.
Folgende Zitate sind zu finden:

„Radfahren, tanzen, pfeifen, die Welt sehen, mich jung fühlen, wissen, dass ich frei bin – danach sehne ich mich.“ (24. Dezember 1943)
„Warum können die Menschen nicht friedlich miteinander leben? Warum muss alles verwüstet werden?“ (3. Mai 1944)
„( … ) die Hoffnung lebt in uns, gibt uns wieder Mut, macht uns wieder stark.“ (6. Juni 1944)
Unwillkürlich versucht man dann jeden Tag von neuem, sich zu bessern […]“ (6. Juli 1944)
„Jeder weiß selbst, dass ein gutes Beispiel gute Folgen hat […]“ (26. März 1944 aus Anne Franks Kurzgeschichte „Gib!“)