«

»

Studienfahrt nach Wien 2017

Am 29. Mai ging es los – die Studienfahrt für ein Drittel der Q1 ins schöne Wien nach Österreich.

Aufgeregt trafen wir uns am Montag am Bahnhof in Aachen und konnten es kaum erwarten, dass unsere Abschlussfahrt beginnt. Als alle da waren, machten sich Frau Heinrich und Herr Schins mit 29 Schülern auf den Weg zum Flughafen nach Düsseldorf. Dort wurden Tickets verglichen, wer wo neben wem sitzt und wer wie oft schon geflogen war. Dabei stellten wir fest, dass es bei einigen schon eine ganze Weile her war. Viel mehr als zu starten und zu landen ist ein Flug nach Wien nicht, mussten wir feststellen. Schon am Nachmittag waren wir im 900 km entfernten Wien. Schnell wurden die Zimmer im Hostel bezogen und los ging das Programm.
Für uns aus dem kleinen Aachen war es wie ein Wunder, dass niemand auf einen Plan guckte, um herauszufinden, wann die nächste U-Bahn kam, denn länger als drei Minuten sollten wir während der gesamten Zeit in Wien nie auf eine U- oder S-Bahn warten.
Mit großen Augen stiegen wir mitten im Zentrum Wiens am Stephansplatz aus. Zusammen gingen wir auf die erste Erkundungstour durch die Hauptstadt Österreichs. Herr Schins entpuppte sich als absolut perfekt vorbereiteter Wienkenner und gewährte uns einen ersten Einblick in die Stadt.
Müde fielen wir am Ende dieses Tages ohnmächtig in unsere Betten.

Dienstag ging die Besichtigung des schönen, hellen Wiens weiter. Die Sonne brannte, wie auch schon am Vortag, auf uns runter und brachte die Großstadt auf über 30 Grad im Schatten. Zum Glück stehen in Wien an jeder Ecke nicht nur Kutschen („Fiaker“), sondern auch kleine Trinkwasserbrunnen, sodass wir nicht verdursten mussten. Die Anne-Frank-Gruppe aus Aachen, wie wir oft tituliert wurden, besichtigte das Parlament, das Burgtheater, das Rathaus und entspannte im wunderschönen, alten Innenhof der Universität, wo mehrere von uns spontan beschlossen, in Wien studieren zu wollen. All diese Gebäude sind sehr kunstvoll und prächtig gestaltet, wobei sie, weil sie bis heute noch genutzt werden, Alt und Neu perfekt verbinden.
Bevor wir weiter durch die Stadt liefen und nach Schatten suchten, trafen wir Schüler des Gymnasiums Stubenbastei, tauschten uns über die verschiedenen politischen und Schulsysteme aus. Dabei konnten wir den Wienern auch ein paar wertvolle Insidertipps entlocken.

Die Stadtbesichtigung ging mit dem bunt gedeckten Stephansdom weiter auf, auf dessen Südturm wir uns über die endlose Wendeltreppe hochschraubten. 343 Stufen! Bei gefühlten 40 Grad! Vermutlich möchte niemand wissen, wie er oder sie aussah, als wir oben keuchend ankamen, aber für den Ausblick hatte es sich allemal gelohnt und wir waren alle sehr stolz. Es ist nämlich nicht so, dass das die einzigen Stufen gewesen wären, die wir an diesem Tag liefen – immer wieder zur U-Bahn runter und wieder rauf. Insgesamt liefen wir jeden Tag etwa 18 km. Als wir es wieder sicher von diesem riesigen Turm herunter geschafft hatten, waren wir noch an der beeindruckend großen Hofburg, vorbei an der Spanischen Hofreitschule, in der Nationalbibliothek, wo so viele Bücher stehen, dass die Regalblöcke bis weit über 50 nummeriert sind. Die gemeinsame Tour endete schließlich am Museumsquartier. – Die meisten gingen dann in ihrer freien Zeit an die Donau, um sich dort zu bräunen, oder erkundeten Wien weiter auf eigene Faust.

Der nächste Tag begann mit der Besichtigung von Schloss Schönbrunn und dem sehr weitläufigen Schlosspark, den wir selbstständig erkunden konnten. Mit vielen überraschenden Informationen über Schloss Schönbrunn und Kaiserin Sissi fuhren wir wieder in die Innenstadt. Oder wusste vorher irgendjemand, dass diese Frau nicht nur eine legendäre Kaiserin mit bodenlangem Haar war, sondern auch unter Depressionen litt, und dass Kaiserin Maria Theresia 16 Kinder hatte? – Weiter ging es jedenfalls mit der Besichtigung der Staatsoper, in der auch immer der Wiener Opernball stattfindet; der, wie wir erleichtert feststellten, kühlen Karlskirche mit ihrer aufwändigen Deckenbemalung, dem großen, bunten Durcheinander auf dem Naschmarkt und der Secession.
Am Abend konnten wir in kleinen Gruppen wieder einen spektakulären Sonnenuntergang ansehen, den ein paar Mutige von der Donau aus bewunderten.

Am Donnerstag fuhren wir mit der Bahn in den Wiener Wald. Dort besichtigten wir zunächst das Stifts Klosterneuburg und erlangten Einblicke sowohl in die Vergangenheit als auch in das Leben dort heutzutage. Danach bestiegen wir den Leopoldsberg. Der Aufstieg war – sagen wir mal – abenteuerlich. Während des Weges nach oben schätzten wir, wie steil der Pfad wohl ist und übertrieben vermutlich mit unseren Schätzungen zwischen 40 und 60 Prozent leicht. Als wir uns den Weg nach oben frei gekämpft hatten und uns fühlten, als hätten wir den Mount Everest bestiegen – zumindest haben wir teilweise so gejammert – legten wir uns auf dem Gipfel fast in den kleinen Brunnen hinein. Beim Abstieg war dann plötzlich alles in Ordnung und wir wurden sogar recht euphorisch. Wir beschlossen, die ganzen Treppen und hinter uns gebrachten Meter als eine Art Trainingscamp für unsere Beinmuskulatur zu nehmen und positiv zu sehen. Anschließend konnten wir in einem Lokal ein paar Spezialitäten der österreichischen Küche probieren. – Für den am Abend folgenden Musicalbesuch von „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ hatten wir uns alle natürlich schick gemacht. Nach der Vorpremiere des Rockmusicals lud uns Herr Schins zu einem Eis ein, um seinen Geburtstag noch ein bisschen zu feiern, in den ihn 29 Schüler mit Frau Heinrich zugegeben etwas schief ”reingesungen” hatten.

Und dann war da schon unser letzter “richtiger“ Tag in Wien, unser letzter Tag der Studienfahrt, der letzte Tag der Abschlussfahrt. Diesen äußerst denkwürdigen Tag, an dem wir uns wohl alle wunderten, dass alles so schnell vorbei gegangen war, starteten wir mit einem Besuch entweder im Naturhistorischen oder Kunsthistorischen Museum, die nebeneinander im Museumsquartier in sehr weitläufigen historischen Gebäuden angesiedelt sind.
Nach der Mittagspause trafen wir uns dann noch mal mit Schülern des Gymnasium Stubenbastei, die eine Führung durch den historischen Stadtteil, in dem ihre Schule liegt, vorbereitet hatten. Anschließend tauschten wir uns noch über unsere Heimatstädte aus machten dabei natürlich auch etwas Werbung für Aachen. Nach einem kurzen Besuch des Hundertwasser-Hauses fuhren wir weiter mit der Straßnbahn zum berühmten Prater, der eine Art dauerhafter Bend ist und wo wir uns auf einigen Fahrgeschäften den Magen ein wenig umdrehen ließen oder in der Geisterbahn unsere Ängste hinausschrien.

Unsere Koffer waren schon wieder gepackt, als wir am Samstag aufwachten, dem Tag des Rückfluges. Aber weil wir bis dahin noch ein paar Stunden Zeit hatten, fuhren wir ein letztes Mal in die Innenstadt. Die freie Zeit nutzten wir natürlich alle unterschiedlich, aber einige, deren Füße noch nicht ganz aufgegeben hatten, liefen noch ein wenig durch das offene, sonnige Wien, schauten sich das genauer an, was wir in der Gruppe nur kurz sehen konnten oder erkundeten noch neue Gebäude, Plätze, Sehenswürdigkeiten – oder genossen einfach nur den Sommer genossen und saßen braun gebrannt an der Donau.

Dann mussten wir auch schon zum Bus, der uns wieder zum Flughafen brachte. Wir nahmen den Flug von Wien nach Hause, wo uns nach einer Bahnfahrt mit einigen Umstiegen – typisches Willkommensgeschenk der Bahn in Deutschland – unsere Eltern erwarteten, die wir wahrscheinlich alle erst einmal mit unseren Erlebnissen zugetextet haben.

Wäre die Fahrt ein Test oder eine Arbeit gewesen, hätten wir vermutlich einen großen grünen Haken darunter gesetzt.